Liederzyklus
Vertonung:
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Werkverzeichnis: op. 33 Nr. 4
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Lind duftig hält die Maiennacht


Lind duftig hält die Maiennacht Jetzt Berg und Tal umfangen, Da komm ich durch die Büsche sacht Zum Herrenschloß gegangen. Im Garten rauscht der Lindenbaum, Ich steig in seine äste, Und singe aus dem grünen Raum Hinauf zur hohen Veste. Jung Werner ist der glückseligste Mann Im römischen Reich geworden! Doch wer das Glück ihm angetan, Das sagt er nicht mit Worten; Das sagt er nur mit Hei, Juchhei, Wie wunderschön ist doch der Mai! Feinslieb, ich tu dich grüßen. Im Wipfel hoch die Nachtigall Stimmt ein mit hellem Schlagen, Durch Berg und Tal wird weit der Schall, Der Schall des Lieds getragen. Drob schauen rings die Vögel auf, Der Sang tät sie erwecken, Bald schmettert laut der Helle Hauf Aus Busch und Zweig und Hecken. Jung Werner ist der glückseligste Mann Im römischen Reich geworden! Doch wer das Glück ihm angetan, Das sagt er nicht mit Worten; Das sagt er nur mit Hei, Juchhei, Wie wunderschön ist doch der Mai! Feinslieb, ich tu dich grüßen. Die Welle hörts, die Welle bringts Strom abwärts an die Häuser, Aus nebelgrauer Ferne klingts Zurück mir leis und leiser! Und oben hoch im Morgenduft Seh ich zwei Engel fliegen, Wie Harfenton kommt durch die Luft Ihr Sang herabgestiegen. Jung Werner ist der glückseligste Mann Im römischen Reich geworden! Doch wer das Glück ihm angetan, Das sagt er nicht mit Worten; Das sagt er nur mit Hei, Juchhei, Wie wunderschön ist doch der Mai! Feinslieb, ich tu dich grüßen.