Liederzyklus

An die Hoffnung


Die du so gern in heil´gen Nächten feierst
Und sanft und weich den Gramverschleierst,
Der eine zarte Seele quält,
O Hoffnung! Laß, durch dich empor gehoben,
Den Dulder ahnen, daß dort oben
Ein Engel seine Thränen zählt!

Wenn, längst verhallt, geliebte Stimmen schweigen;
Wenn unter ausgestorb´nen Zweigen
Verödet die Erinn´rung sitzt:
Dann nahe dich, wo dein Verlass´ner trauert
Und, von der Mitternacht umschauert,
Sich auf versunk´ne Urnen stützt.

Und blickt er auf, das Schicksal anzuklagen,
Wenn scheidend über seinen Tagen
Die letzten Strahlen untergehn:
Dann laß ihn um den Rand des Erdentraumes
Das Leuchten eines Wolkensaumes
Von einer nahen Sonne seh´n!

Vertonungen

 KomponistWerkJahr
Beethoven Ludwig vanop. 321805