Liederzyklus
Text: Paul Heyse

11. Herz verzage nicht geschwind


Herz verzage nicht geschwind,
weil die Weiber Weiber sind.

Argwohn lehre sie dich kennen,
die sich lichte Sterne nennen
und wie Feuerfunken brennen.
Drum verzage nicht geschwind,
weil die Weiber Weiber sind.

Laß dir nicht den Sinn verwirren,
wenn sie süße Weisen girren;
möchten dich mit Listen kirren,
machen dich mit Ränken blind;
weil die Wiber Weiber sind.

Sind einander stets im Bunde,
fechten tapfer mit dem Munde,
wünschen, was versagt die Stunde,
bauen Schlößer in den Wind;
weil die Weiber Weiber sind.

Und so ist ihr Sinn verschroben,
daß sie, lobst du, was zu loben,
mit dem Mund dagegen toben,
ob ihr Herz auch Gleiches sinnt;
weil die Weiber Weiber sind.

Vertonungen

 KomponistWerkJahr
Wolf Hugo1889