Liederzyklus
Text: Wilhelm Gerhard
Jahr: 1840

10. Die Hochländer-Witwe


Ich bin gekommen ins Niederland, o weh!
So ausgeplündert haben sie mich, daß ich vor Hunger vergeh!
So war's in meinem Hochland nicht; o weh!
Ein hochbeglückter Weib, als ich, war nicht auf Tal und Höh!
Denn damals hatt' ich zwanzig Küh'; o weh!
Die gaben Milch und Butter mir, und weideten im Klee.

Und sechzig Schafe hatt' ich dort; o weh!
Die wärmten mich mit weichem Vliess bei Frost und Winterschnee.
Es konnte kein' im ganzen Clan sich grössern Glückes freu'n;
denn Donald war der schönste Mann, und Donald, der war mein!
So blieb's, so blieb's, bis Charlie Stuart kam, Alt-Schottland zu befrei'n;
da mußte Donald seinen Arm ihm und dem Lande leih'n.

Was sie befiel, wer weiß es nicht? Dem Unrecht wich das Recht,
und auf Cullodens blut'gem Feld erlagen Herr und Knecht.
O! Daß ich kam ins Niederland! o weh!
Nun gibt's kein unglücksel'ger Weib vom Hochland bis zur See!

Vertonungen

 KomponistWerkJahr
Schumann Robertop. 251840