Liederzyklus

Der junge Invalide


Leb wohl, du guter Reiterdienst,
Zu Fuß muß ich nun wandern,
Leb wohl, mein Rößlein,
Du gewinnst zum Reiter einen Andern.
Nimmer führ ich dich zum Trank,
Nimmer mit dem Säbel blank,
Mit dem klirrenden, klirrenden Sporn
Durch Hecken und Dorn,
Jag ich ein, jag ich aus mit dir die Welt,
Man hat die Lust mir abgestellt.
Einst glaubt ich wohl, mein Rößlein gut,
Wir sprengten oft noch Beide
Zum Kampf mit einander, Durch Tod und Blut,
auf sonniger Schlachtenhaide.
Nun ist alles, alles aus,
Und ich sterbe still zu Haus,
Statt in Schlachten, in Schlachten froh,
Auf dem Siechenstroh,
Und du schnaubest wenn ich todt bin, nicht
In mein kaltes, bleiches Angesicht.
Lebt wohl, ihr Kameraden all:
Ergehs euch eines Beßern;
Gott schütz euch vor Bleßur und Fall,
Und vor Spital und Meßern.
Und du mit dem Goldelock,
Droben im dritten Stock,
Schau mir nicht nach,
Kaum trag ich die Schmach, Trompete, du lustiges Reitersignal,
Schmettre, schmettre zum letzen Mal!

Vertonungen

 KomponistWerkJahr
Bruch Maxop. 17 Heft III Nr.0